Gefährdung des Arbeitsschutzes durch Abschaffung von Sicherheitsbeauftragten

Wirtschaftsnews2 Monaten ago1214 min

Geplante Streichung von Sicherheitsbeauftragten

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales plant, die Verpflichtung zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) abzuschaffen. Dies betrifft rund 123.000 ehrenamtliche Sicherheitsbeauftragte in Deutschland. Der TÜV-Verband äußert Bedenken hinsichtlich der möglichen negativen Auswirkungen auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten.

Folgen für die Sicherheit der Beschäftigten

Claudia Tautorus, Fachbereichsleiterin beim TÜV-Verband, hebt hervor, dass der angestrebte Bürokratieabbau zwar positiv zu bewerten ist, jedoch nicht auf Kosten des Arbeitsschutzes geschehen sollte. Eine Reduzierung der Arbeitsschutzstandards könnte die Gesundheitsrisiken für die Beschäftigten erhöhen.

Änderungen der Regelungen

Das geplante Vorhaben sieht vor, die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitenden vollständig abzuschaffen und in größeren Betrieben die Anzahl auf eine Person zu begrenzen. Diese Maßnahmen könnten erhebliche Einsparungen von etwa 135 Millionen Euro pro Jahr mit sich bringen.

Rolle der Sicherheitsbeauftragten

Sicherheitsbeauftragte sind entscheidend für den Arbeitsschutz, insbesondere in KMU, die oft keine eigenen Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte haben. Sie fungieren als Bindeglied zwischen den Mitarbeitenden und der Unternehmensführung, identifizieren Risiken am Arbeitsplatz und fördern eine präventive Unternehmenskultur.

Erfolge im Arbeitsschutz

Der TÜV-Verband betont, dass Sicherheitsbeauftragte einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitssicherheit in Deutschland geleistet haben. Seit 1970 ist die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle um über 80 Prozent gesunken, was ohne die Unterstützung dieser ehrenamtlichen Helfer kaum vorstellbar wäre.

Empfehlungen des TÜV-Verbandes

Statt die Rolle der Sicherheitsbeauftragten zu schwächen, empfiehlt der TÜV-Verband, diese zu stärken. Bürokratische Einschnitte sollten an anderen Stellen, wie im Genehmigungs- oder Dokumentationsrecht, vorgenommen werden. Tautorus betont, dass Arbeitsschutz eine Investition in sichere und gesunde Arbeitsplätze darstellt, die sowohl den Beschäftigten als auch der nachhaltigen Unternehmensentwicklung zugutekommt.

Unterstützung durch TÜV-Organisationen

Die arbeitsmedizinischen Dienste der TÜV-Organisationen, wie AMD TÜV und MEDITÜV, bieten bundesweit Unterstützung für Unternehmen in Fragen des betrieblichen Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung.

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