Öffentliche Zustimmung zur Ersteinschätzung
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung der Einführung eines standardisierten Verfahrens zur Ersteinschätzung der Dringlichkeit bei Notaufnahmen positiv gegenübersteht. Die Umfrage wurde vom AOK-Bundesverband in Auftrag gegeben und durchgeführt.
Details zur Befragung
Laut der Umfrage befürworten 78 Prozent der Befragten die Einführung eines standardisierten Ersteinschätzungsverfahrens, das eine Einteilung in Dringlichkeitsstufen ermöglicht. Dies würde bedeuten, dass nur Patienten mit akutem Behandlungsbedarf sofort im Krankenhaus behandelt werden, während weniger dringende Fälle an niedergelassene Arztpraxen verwiesen werden. Lediglich 15 Prozent der Befragten lehnen ein solches Verfahren ab.
Äußerungen von Dr. Carola Reimann
Dr. Carola Reimann, die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, äußerte sich positiv über die Ergebnisse der Umfrage. Sie betonte, dass es wichtig sei, die Steuerung von Notfällen nach Dringlichkeit zu verbessern. Reimann forderte die schwarz-rote Koalition auf, die Reform zügig voranzutreiben, um die chronisch überlasteten Notaufnahmen in Deutschland zu entlasten.
Besuche in Notaufnahmen
Die Umfrage ergab, dass 40 Prozent der Befragten in den letzten fünf Jahren eine Notaufnahme aufgesucht haben. In 66 Prozent der Fälle geschah dies aus eigener Initiative, während 20 Prozent durch Familie oder Freunde in die Notaufnahme gingen. Nur 20 Prozent wurden von ihrem Hausarzt oder einem anderen niedergelassenen Arzt dorthin überwiesen.
Behandlungsergebnisse nach Notaufnahmebesuch
Von den Befragten, die in den letzten fünf Jahren eine Notaufnahme besucht haben, wurden 30 Prozent anschließend stationär im Krankenhaus behandelt. Die Mehrheit von knapp 60 Prozent erhielt jedoch lediglich eine ambulante Behandlung. 4 Prozent wurden nach einer kurzen Abklärung an Haus- oder Fachärzte verwiesen, während 5 Prozent nach einer Ersteinschätzung ohne weitere Behandlung entlassen wurden.

