Südafrikas Wirtschaft im Rückschritt

Wirtschaftsnews3 Monaten ago1323 min

Entwicklung und Herausforderungen

Fast zwei Jahrzehnte nach dem Beitritt zu den BRICS-Staaten hat Südafrika seine wirtschaftlichen Versprechen nicht erfüllt. Im Jahr 2025 liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf unter dem Niveau von 2007. Dies geht einher mit einer Verschlechterung sozialer Indikatoren wie hoher Arbeitslosigkeit, wachsender Armut und einer maroden Infrastruktur. Im Gegensatz zu anderen aufstrebenden Ländern in Asien und Lateinamerika befindet sich die „Regenbogennation“ in einer stagnierenden Situation.

Strukturelle Probleme

Eine Analyse des internationalen Kreditversicherers Coface hebt zwei zentrale strukturelle Probleme hervor, die das Wachstum behindern: das Versagen des Energiesystems und erhebliche Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt. Laut Aroni Chaudhuri, einem Volkswirt bei Coface, hat Südafrika das Potenzial für einen Aufschwung, aber tiefgreifende Reformen sind notwendig, um die strukturellen Probleme zu beheben.

Wirtschaftliche Prognosen

Für das Jahr 2025 wird ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,8% im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, während für 2026 ein Wachstum von 1,3% erwartet wird. In den 2000er Jahren erlebte Südafrika ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 4,3%, unterstützt durch steigende Rohstoffpreise und eine erfolgreiche Integration in den Welthandel. Doch verschiedene Krisen, darunter die Finanzkrise 2008 und die Coronapandemie, haben die bestehenden strukturellen Schwächen offengelegt.

Investitionsschwäche

Aktuell ist die private und öffentliche Investitionsaktivität niedrig und macht nur 14,5% des BIP aus, was nicht ausreicht, um die Wirtschaft zu stimulieren und die Infrastruktur zu modernisieren.

Energiekrise als Wachstumsbremse

Die Energieversorgung, die für die südafrikanische Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist, hat sich zur Achillesferse entwickelt. Das staatliche Energieversorgungsunternehmen Eskom leidet seit über einem Jahrzehnt unter unzureichenden Investitionen, was auf eine unzureichende Preissetzungspolitik und Managementprobleme zurückzuführen ist. Die Strompreise wurden bis 2008 künstlich niedrig gehalten, was zu einer veralteten Infrastruktur und häufigen Stromausfällen führte. Diese Probleme haben die Wirtschaft stark belastet und die private Investitionsbereitschaft verringert.

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