Gesetzentwurf zur Befugniserweiterung
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) äußert Bedenken gegenüber einem neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der darauf abzielt, Pflegekräften mehr Kompetenzen zu verleihen. Ziel des „Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“ ist es, die medizinische Verantwortung von Pflegekräften zu erhöhen und den Beruf attraktiver zu gestalten.
Geringer Nutzen für Pflegekräfte
Laut DRK profitieren von diesen Änderungen jedoch lediglich zwei Prozent der Pflegekräfte. Joß Steinke, Bereichsleiter für Jugend und Wohlfahrtspflege beim DRK, betont, dass die Regelungen in der Praxis vor allem für Absolventen eines speziellen Pflegestudiums gelten. Da nur wenige Pflegekräfte ein solches Studium abgeschlossen haben, bleiben über 98 Prozent der Fachkräfte von den Verbesserungen ausgeschlossen.
Inhalt des Gesetzentwurfs
Das Gesetz sieht vor, dass Pflegekräfte in einem bestimmten Rahmen eigenverantwortlich und ohne Weisung Leistungen erbringen können, die bisher Ärzten vorbehalten waren. Zudem sollen Dokumentationspflichten reduziert werden. Steinke weist darauf hin, dass die Pflegeberufe seit Jahren unter den unzureichenden Rahmenbedingungen des Gesundheits- und Pflegesystems leiden und mehr Anerkennung für ihre Arbeit verdienen.
Kritik an bisherigen Reformversuchen
Das DRK sieht den aktuellen Gesetzentwurf als Teil einer Reihe gescheiterter Versuche zur Befugniserweiterung von Pflegefachpersonen. Steinke kritisiert, dass die neue Bundesregierung ähnliche Fehler wie die vorherige Ampelregierung wiederhole.
Finanzielle Auswirkungen für Pflegebedürftige
Zusätzlich äußert das DRK Bedenken, dass das „Pflegefachassistenzeinführungsgesetz“ zu höheren Kosten für Pflegebedürftige führen könnte. Obwohl die Ausbildungskosten für Einrichtungen finanziert werden, könnten diese Kosten an die pflegebedürftigen Menschen weitergegeben werden, die ohnehin oft mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen.
Forderung nach Reformen
Vor diesem Hintergrund fordert das DRK eine Begrenzung der Eigenbeteiligung in der Pflege und möchte aktiv in die geplanten Reformen einbezogen werden.

