Gebete an der italienischen Küste
In der Nähe des Krankenhauses, in dem Papst Franziskus sich von einer Lungenentzündung erholt, beten unerwartete Gruppen von Katholiken an der italienischen Küste für seine Gesundheit. Diese Sexarbeiterinnen aus Lateinamerika, viele von ihnen arm und transgender, sehen in dem 88-jährigen Pontifex ihren Retter.
Ein offenes Herz für die Bedürftigen
Die Frauen betrachten Papst Franziskus als eine aufgeschlossene Persönlichkeit, die sie nicht nur in den Vatikan eingeladen hat, sondern ihnen auch finanzielle Unterstützung für Essen und Miete zukommen ließ. Andrea Paola Torres, eine 54-jährige kolumbianische Transgender-Frau, die als Consuelo bekannt ist, äußerte: „Papst Franziskus hat die Türen geöffnet. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit ihm im Vatikan sprechen würde. In die Kirche aufgenommen zu werden, ist ein Schatz für mich.“
Herausforderungen während der Pandemie
Torres und andere Frauen aus Süd- und Mittelamerika lebten am Rande Roms und waren auf nächtliche Aufträge angewiesen, um zu überleben. Als der Lockdown im Jahr 2020 ihre Arbeit stoppte, suchten sie Zuflucht in einer Kirche in Torvaianica. Diese Krise führte zu einem Eingreifen des katholischen Kirchenoberhauptes.
Unterstützung durch die Kirche
Laut dem Pfarrer Andrea Conocchia war die erste transgender Frau, die in die Kirche Beata Vergine Immacolata kam, eine Argentinierin namens Paola. Viele andere folgten. Conocchia erinnerte sich daran, den Sexarbeiterinnen geraten zu haben, dem Papst zu schreiben, um ihre Geschichten zu erzählen und um Hilfe zu bitten. „Sie sagten mir: ‚Don Andrea, wir können den Papst nicht anschreiben… er wäre empört, wenn er lesen würde, was wir getan haben.’“ Doch es funktionierte.
Finanzielle Hilfe und Impfungen
Claudia Victoria Salas, eine 58-jährige Argentinierin, die nun als Barreinigerin arbeitet, erinnerte sich daran, dass der Papst ihnen Geld geschickt hat, damit sie genug für Fleisch oder die Miete hatten. Darüber hinaus organisierte der Pontifex Impfungen gegen Covid-19 und sorgte dafür, dass der Leichnam einer im letzten Jahr verstorbenen Frau nach Peru zurückgebracht wurde.
Begegnungen im Vatikan
Besonders bedeutend war die Einladung des Papstes an die Frauen, ihn zu treffen. Sowohl Salas als auch Torres zeigen stolz Fotos von ihrem Treffen mit Franziskus bei einer öffentlichen Audienz im Vatikan in ihren Wohnungen. Während der Pandemie half die Kirche etwa 150 transgender Frauen auf verschiedene Weise, viele von ihnen lebten illegal in Italien. Heute erhalten rund 60 Frauen weiterhin finanzielle Unterstützung.

