Lebensmittelhilfe und Gesundheitsversorgung
Im Gazastreifen versorgt die UN-Agentur für palästinensische Flüchtlinge täglich etwa 2.000 Familien mit Lebensmitteln und bietet Tausenden von Menschen Gesundheitsdienste an. In der besetzten Westbank und in Ostjerusalem betreibt die Agentur Schulen für nahezu 50.000 Kinder.
Gemeindeverwaltung und Dienstleistungen
Hunderttausende weitere Palästinenser in Gaza und der Westbank leben in von der UNRWA verwalteten Gemeinschaften. Diese Agentur erbringt kommunale Dienstleistungen, die von der Müllabfuhr bis zu sozialen Diensten reichen, und bietet Hilfe sowie Mikrokredite für Kleinunternehmer an.
Neue Gesetze und deren Auswirkungen
In der vergangenen Woche verabschiedete Israel Gesetze, die darauf abzielen, die Arbeit der UNRWA zu stoppen. Roland Friedrich, der Direktor der UNRWA-Angelegenheiten in der Westbank, äußerte, dass die UN noch nie mit einem Mitgliedstaat konfrontiert war, der so drastische rechtliche Schritte unternommen hat, um die Arbeit einer ihrer wichtigsten Agenturen zu verbieten.
Hintergrund der Gesetzgebung
Die neuen Gesetze sind das Ergebnis eines Konflikts, der nach dem Angriff am 7. Oktober 2023 entstanden ist, bei dem Israel etwa ein Dutzend UNRWA-Mitarbeiter beschuldigte, beteiligt gewesen zu sein. Die UN entließ mehrere Mitarbeiter und untersuchte andere, jedoch blieben die Bemühungen unzureichend, um die israelischen Bedenken hinsichtlich der Präsenz von Militanten in den Reihen der UNRWA zu zerstreuen.
Internationale rechtliche Bedenken
Die Gesetzgebung, die von der UN als Verstoß gegen das Völkerrecht angesehen wird, verbietet der UNRWA, in Israel und Ostjerusalem tätig zu sein, und untersagt israelischen Beamten den Kontakt mit der Agentur. Dies könnte auch die Aktivitäten der UNRWA in den palästinensischen Gebieten erheblich beeinträchtigen, da die Agentur keine Visa erhalten und keine israelisch kontrollierten Übergänge nutzen könnte.
Folgen für Schulen und Gesundheitszentren
UN-Beamte warnen, dass die Umsetzung dieser Gesetze nach einer 90-tägigen Übergangsfrist dazu führen könnte, dass etwa 380 Schulen und 65 Gesundheitseinrichtungen schließen müssen. Auch die humanitäre Hilfe und kommunalen Dienstleistungen würden eingestellt.
Unersetzliche Rolle der UNRWA
Hilfsorganisationen betonen, dass die umfangreichen Aufgaben der UNRWA sie unersetzlich machen. Der Versuch, diese Lücke zu schließen, wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Janti Soeripto, Präsidentin und CEO von Save the Children US, erklärte, dass die zusätzliche Belastung für das System in Bezug auf bedürftige Menschen und Kinder nicht zu bewältigen sei.
Fehlende Notfallpläne
Die UN hat derzeit keinen Notfallplan für die Situation in Gaza und der Westbank.

