Chinas Finanzministerium und Markterwartungen

Wirtschaftsnews1 Jahr ago3484 min

Erwartungen an das Finanzministerium

Am Samstag fand das mit Spannung erwartete Briefing des chinesischen Finanzministeriums statt. Die Ergebnisse enttäuschten jedoch viele Anleger, die auf stärkere Impulse gehofft hatten. Die Unsicherheit, die den Markt nach einem beeindruckenden Rallye erfasst hat, könnte sich somit weiter fortsetzen.

Unterstützung für den Immobiliensektor

Finanzminister Lan Fo’an kündigte an, dass mehr Unterstützung für den angeschlagenen Immobiliensektor bereitgestellt werden soll. Zudem deutete er an, dass die Regierung möglicherweise mehr Schulden aufnehmen könnte, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Dennoch blieb eine konkrete Zahl für neue fiskalische Maßnahmen aus, die die Märkte erhofft hatten.

Fehlende Anreize für den Konsum

Ein weiterer Punkt, der bei den Anlegern auf Enttäuschung stieß, war das Fehlen neuer Anreize zur Stärkung des Konsums, der als schwacher Punkt in der Wirtschaft gilt. Laut Shen Meng, einem Direktor der Investmentbank Chanson & Co., gibt es eine große Diskrepanz zwischen den Ankündigungen und den Markterwartungen, was zu einer negativen Stimmung unter den Investoren führt.

Marktentwicklung und Volatilität

Die Geduld der Investoren schwindet, da sie auf umfassende fiskalische Maßnahmen aus Peking hoffen, um die Rallye, die durch die im September angekündigten Stimuli ausgelöst wurde, aufrechtzuerhalten. Der CSI 300 Index, ein Maßstab für inländische Aktien, verzeichnete am Freitag seinen größten wöchentlichen Verlust seit Ende Juli, während die Volatilität vor dem Briefing des Finanzministeriums anstieg.

Zukunftsausblick auf fiskalische Maßnahmen

Die Möglichkeit, dass lokale Regierungen spezielle Anleihen ausgeben dürfen, um unverkaufte Immobilien zu erwerben und in subventionierten Wohnraum umzuwandeln, wurde ebenfalls angesprochen. Lan und seine Stellvertreter hielten sich jedoch mit konkreten Zahlen für zusätzliche Stimuli zurück. Es wurde angedeutet, dass möglicherweise im Laufe dieses Monats oder Anfang November mehr Staatsanleihen ausgegeben und die Staatsausgaben erhöht werden könnten.

Marktreaktionen und Inflationsdaten

Vor dem Wochenende hatten Anleger und Analysten von Bloomberg erwartet, dass China bis zu 2 Billionen Yuan an neuen fiskalischen Stimuli ankündigt, einschließlich möglicher Subventionen und Konsumgutscheine. Britney Lam, Leiterin für Long-Short-Aktien bei Magellan Investments Holdings Ltd., betonte, dass der Raum für weitere fiskalische Maßnahmen weiterhin besteht. In der Zwischenzeit wird jedoch mit weiteren Gewinnmitnahmen auf den Märkten gerechnet. Die am Sonntag veröffentlichten Inflationsdaten könnten die Sorgen der Investoren zusätzlich verstärken.

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