Brustkrebs und seine sozialen Folgen

Wirtschaftsnews7 Monaten ago2283 min

Häufigkeit von Brustkrebs in Deutschland

Brustkrebs ist mit jährlich 71.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart in Deutschland. Während die Überlebenschancen für viele Frauen steigen, sehen sich viele ehemalige Patientinnen nach ihrer Therapie mit erheblichen sozialen Herausforderungen konfrontiert.

Studie zur sozialen Teilhabe

Eine Untersuchung der Medizinischen Soziologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat gezeigt, dass viele Frauen, die eine Brustkrebserkrankung überstanden haben, weniger aktiv am sozialen und beruflichen Leben teilnehmen. Die Studie befragte rund 400 Frauen im Alter von 39 bis 68 Jahren, deren Therapie vier bis sechs Jahre zurückliegt, und verglich ihre Antworten mit denen gleichaltriger Frauen aus einer Bevölkerungsstichprobe.

Weniger soziale Aktivitäten

Die Ergebnisse zeigen, dass viele ehemalige Brustkrebspatientinnen Schwierigkeiten haben, in ihr soziales Leben zurückzukehren. Sie besuchen seltener Restaurants oder Kinos, unternehmen weniger Ausflüge und nehmen weniger an Veranstaltungen teil als ihre Altersgenossinnen. Anhaltende Beschwerden nach der Therapie, wie Schmerzen sowie psychische Symptome wie Angst und Depressionen, tragen zu dieser Isolation bei. Zudem führt eine Mastektomie bei einigen Frauen dazu, dass sie sich weniger in der Öffentlichkeit zeigen.

Einfluss des finanziellen Status

Der finanzielle Status spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Professor Siegfried Geyer von der MHH erklärt, dass insbesondere Frauen mit niedrigem Einkommen, die weiterhin unter brustkrebsbedingten Beschwerden leiden, seltener an soziokulturellen Aktivitäten teilnehmen.

Berufliche Auswirkungen

Die Erkrankung hat auch Auswirkungen auf das Berufsleben. Fast 30 Prozent der Befragten waren fünf Jahre nach der Therapie nicht mehr berufstätig. Im Vergleich zu gesunden Frauen gehen etwa doppelt so viele Brustkrebsüberlebende vorzeitig in Rente. Faktoren, die eine Rückkehr in den Beruf begünstigen, sind eine bessere körperliche und psychische Gesundheit, ein höherer beruflicher Status sowie ein höherer Bildungsgrad.

Forderung nach besserer Nachsorge

Angesichts dieser Ergebnisse fordert die Deutsche Krebshilfe einen Ausbau des Krebsnachsorgeangebots, um die Lebensqualität und soziale Teilhabe von Brustkrebspatientinnen langfristig zu verbessern.

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