Gehaltstrends im Fokus

Wirtschaftsnews6 Monaten ago1174 min

Abwärtstrend bei Gehaltserhöhungen

Die wirtschaftliche Unsicherheit, die durch geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Herausforderungen geprägt ist, wirkt sich negativ auf die Gehaltserhöhungsbudgets deutscher Unternehmen aus. Eine aktuelle Studie von Lurse mit dem Titel „Trends in der Vergütung und HR 2025/26“ untersucht die Entwicklungen in der Vergütungspolitik und gibt Anregungen zur zukunftssicheren Gestaltung von Vergütungsstrategien.

Sinkende Gehaltserhöhungsbudgets

Die Ergebnisse der Studie zeigen einen klaren Trend: Die Budgets für Gehaltserhöhungen sinken stetig. Im Jahr 2023 lagen die durchschnittlichen Erhöhungen noch bei 4,4 %, während dieser Wert 2024 auf 3,9 % und im laufenden Jahr auf 3,3 % fiel. Dies entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zu den Planungen der Unternehmen aus dem Sommer 2024. Für 2026 wird eine weitere Reduzierung auf 3,1 % prognostiziert. Rund 30 % der befragten Unternehmen haben ihre Budgets absichtlich gekürzt, wobei zwei Drittel dieser Kürzungen auf die angespannte wirtschaftliche Lage zurückzuführen sind.

Branchenspezifische Unterschiede

Die Höhe der Budgets variiert je nach Branche. Die Chemie-, Pharma- und Mineralölverarbeitungsbranche verzeichnet die höchsten Erhöhungsbudgets mit 4,0 %, was jedoch einen Rückgang von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Sommer 2024 darstellt. Im Gegensatz dazu liegt die Automobilbranche mit lediglich 2,4 % an der Spitze der niedrigsten Erhöhungen. Für 2026 erwarten diese Unternehmen jedoch eine moderate Steigerung um 0,5 Prozentpunkte. Auch die Elektrotechnik- und Halbleiterbranche plant eine Budgeterhöhung von 0,7 Prozentpunkten für 2026. In den meisten anderen Branchen sind jedoch keine Anpassungen oder sogar Reduzierungen der Budgets vorgesehen.

Geringe Unterschiede zwischen Mitarbeitergruppen

Die Planbudgets für 2026 zeigen kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Mitarbeitergruppen. Die Werte bewegen sich zwischen 3,1 % für das Top-Management und Fachkräfte sowie 3,2 % für Management und Experten.

Fokus auf Entgeltgleichheit

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Lurse Studie ist der zunehmende Fokus auf Pay Equity. Die bevorstehende Umsetzung der EU-Lohnrichtlinie hat das Thema Entgeltgleichheit zur Priorität in den Personalabteilungen gemacht. 80 % der befragten Unternehmen identifizieren Pay Equity als eine der größten Herausforderungen in der Personalarbeit für 2025, was einen Anstieg um 25 Prozentpunkte seit 2023 darstellt. Damit verdrängt dieses Thema klassische HR-Schwerpunkte wie Leadership und Fachkräftemangel von der Spitzenposition. Die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz verpflichtet Unternehmen künftig, geschlechtsspezifische Einkommensdifferenzen zu melden, was die Dringlichkeit der Berichtspflicht im kommenden Jahr verdeutlicht.

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