Rente für ehemalige Heimkinder gefordert

Wirtschaftsnews8 Monaten ago2202 min

Forderung nach staatlicher Grundrente

Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, hat eine staatlich finanzierte Grundrente für ehemalige Heimkinder gefordert. Sie verweist auf das Beispiel Österreichs, wo ehemaligen Heimkindern monatlich 300 Euro gezahlt werden. Claus hält dies für eine angemessene Unterstützung.

Erfahrungen ehemaliger Heimkinder

In den 1950er- und 1960er-Jahren lebten in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR schätzungsweise bis zu 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen. Viele Betroffene berichten von systematischer Gewalt, darunter Zwangsarbeit, psychische und physische Misshandlungen sowie sexualisierte Übergriffe.

Doppelte Entrechtung

Claus kritisiert, dass die betroffenen ehemaligen Heimkinder aufgrund des Verbots von Kinderarbeit später keine Rentenansprüche geltend machen konnten. Dies führe zu einer doppelten Entrechtung – sowohl in ihrer Kindheit als auch im Alter. Viele dieser ehemaligen Heimkinder hätten aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen nie eine berufliche Perspektive entwickeln können und leben heute in Altersarmut.

Dringender Handlungsbedarf

Die Missbrauchsbeauftragte fordert eine schnelle und pragmatische Lösung, da die betroffenen Personen häufig bereits in einem fortgeschrittenen Alter sind. Claus bezeichnete das Ausbleiben staatlicher Entschädigungen als schwerwiegendes Versäumnis und äußerte, dass es respektlos und menschenverachtend sei, wenn der Staat Leistungen oder Entschädigungen verweigere.

Staatliche Verantwortung

Kerstin Claus betont, dass die Verantwortung klar beim Staat liege. Dieser habe Kinder in kirchliche und private Heime gegeben, jedoch kaum kontrolliert, was dort tatsächlich geschah.

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