Die Realität der Partnersuche
Immer mehr Singles suchen in der digitalen Welt nach einer Beziehung, doch die Realität zeigt, dass die Zahl der Alleinstehenden trotz zahlreicher Möglichkeiten steigt. Die Nutzung von Dating-Apps hat in den letzten Jahren zugenommen, jedoch scheinen viele Menschen Schwierigkeiten zu haben, echte Partnerschaften zu finden.
Psychologische Mechanismen der Dating-Apps
Laut Dr. Guido F. Gebauer, einem Psychologen und Dating-Coach, sind die Mechanismen hinter diesen Apps nicht darauf ausgelegt, echte Beziehungen zu fördern. Stattdessen zielen sie darauf ab, die Nutzer möglichst lange in der App zu halten.
Die Problematik des Swipens
Das Swipen auf Plattformen wie Tinder folgt psychologischen Prinzipien, die ursprünglich in Experimenten mit Tieren erprobt wurden. Dieses System erzeugt einen ständigen Kreislauf von kurzfristigen Belohnungen, der süchtig macht, aber nicht zu langfristigen Beziehungen führt.
Vier zentrale Herausforderungen
Dr. Gebauer identifiziert vier Hauptprobleme, die viele Nutzer mit Dating-Apps haben:
- Oberflächlichkeit: Entscheidungen basieren oft auf einem einzigen Foto, anstatt auf tiefergehenden Lebenszielen oder Werten.
- Choice Overload: Die ständige Verfügbarkeit neuer Profile führt zu emotionaler Erschöpfung und unzufriedenen Entscheidungen.
- Illusion der kostenlosen Liebe: Viele Plattformen bieten Gratisangebote an, die Nutzer jedoch in teure Premium-Abonnements drängen.
- Widersprüchliche Motive: Viele Nutzer sind bereits in Beziehungen oder nutzen die Apps zur Selbstbestätigung, was die Partnersuche erschwert.
Online-Dating als Glücksspiel
Dr. Gebauer beschreibt die aktuelle Situation als eine „Dating-Krise“. Die Nutzung von Dating-Apps hat das Dating zu einem Massenkonsumgut gemacht, wobei die Suche nach einer echten Beziehung oft mit dem Einkaufserlebnis verwechselt wird. Beziehungen lassen sich jedoch nicht im Schnellverfahren erwerben, was die Herausforderungen beim Online-Dating verstärkt.