Bundesärztekammer fordert Cannabis-Verbot

Wirtschaftsnews11 Monaten ago2243 min

Rückblick auf die Teil-Legalisierung

Ein Jahr nach der Teil-Legalisierung von Cannabis hat die Bundesärztekammer (BÄK) die Bundesregierung eindringlich aufgefordert, das Verbot wieder einzuführen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt äußerte in einem Interview, dass die Legalisierung aus ärztlicher Sicht rückgängig gemacht werden sollte. Er betonte, dass die Erlaubnis des Konsums in dieser Form eine Gefahr für die Jugend darstellt.

Gesundheitliche Risiken und Daten aus Kanada

Reinhardt verwies auf Daten aus Kanada, wo Cannabis bereits vor sieben Jahren legalisiert wurde. Diese Daten zeigen, dass die Cannabisabhängigkeit mit einem bis zu sechsfach erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Konsumenten seien häufiger an Suiziden, Unfällen und dem Gebrauch anderer Drogen gestorben. Der Präsident der BÄK kritisierte, dass die positiven Auswirkungen der Legalisierung oft überbetont werden, während die gesundheitlichen Risiken vernachlässigt werden.

Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns

Der Mediziner erklärte, dass die Entwicklung des Gehirns bis zum 25. Lebensjahr nicht abgeschlossen sei und der Konsum von Cannabis diese Prozesse negativ beeinflussen könne. Dies erhöhe das Risiko für psychische Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen und Angststörungen signifikant.

Politische Situation und Koalitionsverhandlungen

Die Legalisierung von Cannabis für Volljährige trat am 1. April 2024 in Kraft. Während CDU und CSU im Wahlkampf eine Rücknahme der Legalisierung in Aussicht stellten, gibt es in den aktuellen Koalitionsverhandlungen mit der SPD bisher keine Einigung. In den Ergebnissen der Arbeitsgruppe Gesundheit wird das Thema Cannabis nicht erwähnt.

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