Rückgang der genetischen Vielfalt

Wirtschaftsnews1 Jahr ago1604 min

Welttag des Artenschutzes

Am heutigen Welttag des Artenschutzes wird auf die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt hingewiesen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Biodiversität auf unserem Planeten stark abnimmt, was auch die genetische Vielfalt der Arten betrifft.

Studie zur genetischen Vielfalt

Eine Forschergruppe unter der Leitung der Evolutionsbiologin Catherine Grueber von der Universität Sydney hat Daten von über 600 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten seit 1985 analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass zwei Drittel der untersuchten Arten einen Rückgang ihrer genetischen Vielfalt verzeichneten. Dr. Andreas Kinser, Leiter für Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung, erklärt, dass eine genetische Verarmung die Nachkommen anfälliger für Krankheiten macht und die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen, wie den Klimawandel, verringert.

Ursachen des Rückgangs

Die Hauptursachen für den Rückgang der genetischen Vielfalt sind die Zerstörung und Veränderung von Lebensräumen. Ein wesentliches Problem ist die Verinselung, bei der kleine Populationen isoliert leben und kein genetischer Austausch mehr stattfindet. Besonders betroffen ist in Deutschland der Rothirsch, dessen Lebensraum auf ausgewiesene Rotwildbezirke beschränkt ist.

Folgen der Isolation

In Baden-Württemberg beispielsweise machen die Rotwildbezirke nur vier Prozent der Landesfläche aus, während auf 96 Prozent der Fläche die Art gesetzlich ausgerottet werden muss. Eine Studie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) hat gezeigt, dass die genetische Diversität in diesen Gebieten nicht ausreicht, um einen gesunden Rotwildbestand langfristig zu sichern.

Forderungen der Deutschen Wildtier Stiftung

Rothirsche legen zur Paarungszeit weite Strecken zurück, um ihre Gene zwischen Teilpopulationen auszutauschen. Diese Mobilität ist entscheidend für die genetische Vielfalt und das Überleben der Art. Die erzwungene Isolation führt jedoch zu einem Rückgang des Austauschs und zur Inzucht, was den Verlust genetischer Anlagen zur Folge hat. Einige Populationsgenetiker warnen bereits vor dem Beginn eines Aussterbeprozesses.

Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich seit Jahren dafür ein, die Rotwildbezirke abzuschaffen und dem Rothirsch mehr Lebensraum zu bieten. Es wird gefordert, getrennte Naturräume wieder zu vernetzen und Korridore für wandernde Arten zu schaffen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Related Posts