Schadensbegrenzung der Deindustrialisierung
Die Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland e.V. (IZW) hat kürzlich Empfehlungen zur Begrenzung der laufenden Deindustrialisierung in Deutschland veröffentlicht. Die Industrie sieht sich einem akuten Mangel an Energie gegenüber, der als lebenswichtig für ihre Existenz betrachtet wird.
Fehlende Konzepte in der Energiepolitik
Es besteht ein dringender Bedarf an neuen Ansätzen und einem Abkehr von ideologischen Sichtweisen in der Energie- und Wirtschaftspolitik. Bislang fehlt ein umfassendes und zukunftsfähiges Konzept, das sowohl Klimaneutralität als auch die Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit berücksichtigt.
Aktuelle Herausforderungen
Die gegenwärtige Energiepolitik hat mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen:
- Die Zahl der Redispatch-Eingriffe im Stromnetz ist von unter 10 im Jahr 2000 auf über 15.000 im Jahr 2023 gestiegen, um Blackouts zu verhindern.
- Die Infrastrukturkosten für den Umbau von Netzen, Speicherung und Backup-Kraftwerken steigen kontinuierlich.
- Deutschland hat nach Polen die zweitschlechteste CO2-Bilanz bei der Energieerzeugung in Europa.
Folgen der Energiepolitik
Die genannten Probleme resultieren aus ungelösten Fragen zur klimaneutralen Grundlastversorgung und der Speicherung überschüssigen Stroms. Dies führt zu einem klimaschädlichen Ausgleich durch Gas- und Kohlekraftwerke. Die Deindustrialisierung ist bereits im Gange, was auf volatile und schwer kalkulierbare Energiepreise sowie steigende Netzkosten zurückzuführen ist.
Handlungsempfehlungen der IZW
Am 22. November 2024 übergab das Expertenteam der IZW unter der Leitung von Dr. Bernhard Leidinger konkrete Handlungsempfehlungen an Jens Spahn. Diese Empfehlungen betreffen unter anderem:
- wetterabhängige Stromerzeugung (Wind und Photovoltaik)
- Kohle und Gas
- Kernenergie
- Wasserstoff
- Netzeinspeisung
- Stromimporte
- Digitalisierung
Dringlichkeit der Entscheidungen
Eine realistische Überprüfung der Bedarfsprognosen ist notwendig, um die Verdrängung fossiler Energieträger durch elektrische Energie zu berücksichtigen. Die Entscheidung über die zukünftige Kraftwerkstrategie kann nicht länger aufgeschoben werden. Die geplante Abschaltung der Kohlekraftwerke bis 2030 wird angesichts der aktuellen Versorgungslage zunehmend fraglich.
Bedarf des Mittelstands
Vor allem der Mittelstand benötigt kurzfristig planbare Energiequellen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
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