Religiöse Solidarität in Pakistan

Wirtschaftsnews12 Monaten ago1714 min

Gemeinsame Feierlichkeiten in Mithi

In einer Wüstenstadt in Pakistan bereiten Hindus Mahlzeiten für Muslime vor, die während des Fastenmonats Ramadan sind. Diese Muslime versammeln sich, um eine Holi-Prozession zu begrüßen, was einen seltenen Moment religiöser Solidarität in einem überwiegend islamischen Land darstellt.

Traditionen und Rituale

In Mithi, einer wohlhabenden Stadt mit sanften Sanddünen und Lehmziegelhäusern in der Provinz Sindh, gibt es kaum Spannungen zwischen den Religionen. Raj Kumar, ein 30-jähriger Hindu-Geschäftsmann, erklärt: „Alle Traditionen und Rituale werden hier gemeinsam gefeiert.“ An Holi feiern Hindujugendliche zusammen mit muslimischen Jugendlichen und tragen sich gegenseitig Farben auf. Sogar am Ende des muslimischen Gebets sagt der Imam: „Frieden für Hindus und Muslime.“

Holi und Ramadan

In diesem Jahr fallen das hinduistische Fest Holi und der islamische Fastenmonat Ramadan zeitlich zusammen, da beide nach dem Mondkalender gefeiert werden. Holi, das Fest der Farben, markiert seit Jahrhunderten den Frühlingsbeginn, wobei fröhliche Menschen farbiges Pulver und Wasser aufeinander werfen.

Prozession in Mithi

Letzte Woche hielten Hunderte von Hindus eine Prozession durch die Straßen von Mithi, einer der wenigen Städte, in denen sie die Mehrheit bilden. Sie wurden von ihren muslimischen Nachbarn herzlich auf dem Stadtplatz empfangen. Mohan Lal Mali, ein 53-jähriger Einheimischer, bemerkte: „Wir haben gelernt, seit unserer Kindheit zusammenzuleben. Das ist uns durch Generationen hinweg vermittelt worden.“

Kulturelle Vielfalt

In Mithi, einer Stadt mit etwa 60.000 Einwohnern, sind die meisten Menschen Hindus, während 96 Prozent der 240 Millionen Menschen in Pakistan Muslime sind. Kühe, die im Hinduismus als heilig gelten, streifen frei durch die Straßen, und Frauen tragen traditionelle, bestickte Sarees mit Spiegelarbeiten. Es gibt kein Rindfleischgeschäft in der Stadt, da der Verzehr von Rindfleisch im Hinduismus verboten ist, und Muslime opfern während der Feste nur Ziegen.

Besuch aus Karachi

Fozia Haseeb, eine Christin, reiste aus der Hafenstadt Karachi, etwa 320 Kilometer entfernt, um die vereinten Feierlichkeiten zu beobachten. „Hier sind Menschen aus drei Religionen: Christen, Hindus und Muslime,“ sagte sie. „Wir wollten selbst sehen, ob das stimmt, und es gibt keinen Zweifel, dass es so ist.“

Frieden und Respekt

Der Ramadan ist ein Monat des friedlichen Gebets und der Reflexion im Islam, und die Hindus respektieren diese Zeit. In Mithi zeigt sich, dass trotz der Herausforderungen in Pakistan, das Zusammenleben und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Glaubensgemeinschaften möglich sind.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Related Posts