Hintergrund der Situation
Bangladesch hat die Auslieferung der abgesetzten ehemaligen Premierministerin Sheikh Hasina beantragt. Hasina wurde während einer Revolution im August gestürzt und floh daraufhin nach Indien. Der interimistische Führer Muhammad Yunus gab bekannt, dass bereits ein Haftbefehl gegen die 77-Jährige erlassen wurde.
Vorladung vor Gericht
Sheikh Hasina wurde aufgefordert, am Montag vor einem Gericht in Dhaka zu erscheinen, um sich wegen „Massakern, Tötungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu verantworten. Trotz der Vorladung befindet sie sich weiterhin im Exil in Indien.
Verantwortung für die Proteste
Yunus erklärte, dass seine Regierung darauf abzielt, die Verantwortlichen für die Unterdrückung der Proteste, die zu Hasinas Absetzung führten, zur Rechenschaft zu ziehen. Mehrere ehemalige Minister aus Hasinas Regierung, die inhaftiert wurden, sollen ebenfalls vor Gericht erscheinen.
Initiativen zur Strafverfolgung
„Wir haben bereits Maßnahmen ergriffen, um diejenigen zu verfolgen, die für erzwungene Verschwindenlassen, Morde und Massentötungen während des Aufstands im Juli und August verantwortlich sind“, so Yunus am Sonntag.
Führung der Übergangsregierung
Der 84-jährige Nobelpreisträger wurde am 9. August zum „Hauptberater“ der Regierung ernannt, kurz nach dem Ende von Hasinas 15-jähriger Herrschaft. In einer Ansprache an die Nation, die 100 Tage seiner Amtszeit markierte, erwähnte Yunus Gespräche mit Karim Khan, dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs.
Interpol und rechtliche Schritte
Bangladesch plant, eine Interpol-„Rotmeldung“ für flüchtige Führer von Hasinas Regime zu beantragen. Diese Rotmeldungen informieren Strafverfolgungsbehörden weltweit über gesuchte Personen. Indien ist Mitglied von Interpol, jedoch bedeutet eine Rotmeldung nicht zwangsläufig, dass New Delhi Hasina ausliefern muss.
Demokratische Erneuerung
Yunus führt eine Übergangsregierung, um die „äußerst schwierige“ Herausforderung der Wiederherstellung demokratischer Institutionen in dem südasiatischen Land mit etwa 170 Millionen Einwohnern anzugehen. Er bat die Bevölkerung um Geduld, um sich auf die mit Spannung erwarteten Wahlen vorzubereiten und versprach, dass eine Wahlkommission eingerichtet wird.

