Archäologische Stätte Knowe of Swandro

Wirtschaftsnews11 Monaten ago645 min

Ein Blick auf die Ruinen

Die Knowe of Swandro, verborgen unter Sandsäcken und Planen, erscheint auf den ersten Blick wie ein Haufen Schutt. Diese archäologische Stätte auf Rousay, einer der Orkney-Inseln an der Nordküste Schottlands, birgt jedoch die Überreste von Siedlungen aus der Eisenzeit und der nordischen Zeit. Jedes Jahr im Sommer arbeitet ein Team von Archäologen daran, die Beweise zu untersuchen.

Bedrohungen durch den Klimawandel

Die Zeit drängt, da steigende Meeresspiegel und häufigere Stürme Sedimente abtragen, in denen sich die Stätte befindet. Laut einer Studie des James Hutton Institute, das sich mit Umweltforschung beschäftigt, erhält Schottland nun mehr Niederschlag im Winter als ursprünglich für 2050 prognostiziert. Küstenerosion hat bereits den Großteil des wertvollsten Teils der Knowe, einer Wohnstätte aus der Eisenzeit, zerstört. Stephen Dockrill, der die Ausgrabungen mit leitet, schätzt, dass der „letzte Drittel“ in den nächsten Jahren zerfallen und verschwinden wird.

Globale Herausforderungen für das kulturelle Erbe

UNESCO schätzt, dass eines von sechs kulturellen Erbe-Stätten durch den Klimawandel bedroht ist. Hunderte von Stätten an der schottischen Küste stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie die Knowe of Swandro. In Vindolanda, im Norden Englands, trocknet der wassergesättigte Boden, der jahrtausendelang römische Tafeln bewahrt hat. In Irak wird eine antike Stadt unter Tonnen von Sand begraben, während in der Arktis indigene Artefakte durch das Schmelzen des Permafrosts zerstört werden.

Finanzierungsprobleme und Koordination

Die Erhaltung archäologischer Stätten hat verständlicherweise nicht die höchste Priorität auf der Agenda des Klimawandels. Der Internationale Rat für Denkmalpflege erklärte erst 2020 einen Klimanotstand. Archäologen beklagen unzureichende Koordinationsbemühungen unter den Klimapolitikern. Ein zentrales Problem ist die Finanzierung. Archäologie wird oft von Grundstücksentwicklern unterstützt, doch im Kontext des Klimawandels gibt es „niemanden, der dafür bezahlt“, so Jorgen Hollesen vom Nationalmuseum Dänemarks. Maßnahmen wie das Versetzen von Stätten oder der Bau von Schutzvorrichtungen sind kostspielig, weshalb viele einfach abwarten müssen, was passiert.

Unerwartete Entdeckungen

Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Aspekte. Veränderungen im Wetter und steigende Temperaturen haben einige unerwartete Vorteile gebracht. Zahlreiche spannende Entdeckungen der letzten Jahre, von Nazi-Kriegsschiffen in der Donau bis hin zu alten Felszeichnungen im Amazonasgebiet, wurden nach schweren Dürreperioden enthüllt. Auch Stürme können verborgene Schätze ans Licht bringen. Skara Brae, eine neolithische Stätte in Orkney, war bis zu einer Störung durch einen Sturm im Jahr 1850 von Sanddünen verborgen. In diesem Jahr tauchte unter ähnlichen Umständen ein jahrhundertealtes Schiffswrack wieder auf.

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