Hintergrund des Falls
Der Fall des Betrügers Felix Vossen hat eine überraschende Wendung genommen. Recherchen für den NDR Info Podcast „Der talentierte Mr. Vossen“ haben ergeben, dass eine der Geschädigten, Madhu Grover, selbst wegen Betrugs vor Gericht steht. Grover wird beschuldigt, ihren ehemaligen amerikanischen Partner um mehrere Millionen Dollar betrogen zu haben.
Verwicklungen und rechtliche Konsequenzen
Im Zusammenhang mit dem Vossen-Verfahren war die Familie der 55-jährigen Grover, die sowohl indische als auch US-Staatsbürgerschaft besitzt, unter den Geschädigten. Vossen wurde verurteilt, der Familie Grover fast zwei Millionen Dollar zu zahlen. Der 50-jährige Vossen verbrachte vier Jahre im Gefängnis in der Schweiz wegen Betrugs und Geldwäsche.
Gerichtsverfahren gegen Madhu Grover
Madhu Grover sieht sich mehreren Gerichtsverfahren in New York gegenüber. Der Supreme Court des Staates New York entschied 2018, dass sie ihrem ehemaligen Lebensgefährten, James Busche, knapp 1,8 Millionen Dollar zahlen muss. Zudem wurde sie von New Yorker Gerichten der Falschaussage und Bigamie überführt.
Unklarheiten über die Rolle von Grover
Es bleibt unklar, inwieweit Grover direkt in Vossens Anlagebetrug verwickelt war, der etwa 30 enge Freunde und seine Eltern betraf. Auf Anfragen von NDR Info reagierten Grover und ihre Anwältin nicht. Vossens aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.
Vossens Flucht und Verhaftung
Felix Vossen wurde 2016 in Spanien mit gefälschten Dokumenten verhaftet, nachdem er ein Jahr auf der Flucht war. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von sechs Jahren. 2020 wurde er vorzeitig entlassen. Nach Recherchen des NDR wurde er anschließend in Spanien wegen Dokumentenfälschung verurteilt, wobei die Strafe von einem Jahr und neun Monaten zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Fortsetzung des Podcasts
Die Podcastserie „Der talentierte Mr. Vossen – Jagd auf einen Millionenbetrüger“ wird am 16. Oktober mit einer neuen Staffel fortgesetzt, fast sieben Jahre nach der letzten Folge über Vossens Urteil. Autor und Podcast-Host Christoph Heinzle erklärte, dass er ursprünglich die Geschichte zu einem Abschluss bringen wollte, aber durch die Entdeckung von Madhu Grover auf neue Aspekte stieß. Die neuen Folgen wurden in mehreren Ländern, darunter Großbritannien, der Schweiz, Spanien, den USA und Indien, recherchiert.