Wichtige Frist für Investoren
Die Kontrolle über die größte Zinkhütte der Welt steht vor einer entscheidenden Frist, die möglicherweise das Ende eines milliardenschweren Nachfolgestreits einleiten könnte. Investoren von Korea Zinc Co. haben bis Montagabend Zeit, um zu entscheiden, ob sie ein überarbeitetes Übernahmeangebot in Höhe von 830.000 Won pro Aktie annehmen möchten. Dieses Angebot stammt von einem Konsortium, das aus dem größten Aktionär Young Poong Corp. und MBK Partners, einer der größten Private-Equity-Firmen Nordasiens, besteht.
Alternative Angebote und Marktreaktionen
Die beiden Unternehmen haben letzte Woche angekündigt, dass es keine weiteren Preissteigerungen geben wird. Auf dem Papier bleibt jedoch ein alternatives Angebot bestehen: eine Rückkaufaktion, die von Vorsitzendem Choi Yun-Beom initiiert wurde, um das unaufgeforderte Angebot abzuwehren. Das Rückkaufangebot von Korea Zinc in Höhe von 890.000 Won pro Aktie, unterstützt von der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital, liegt um mehr als 7 % höher und bewertet das Unternehmen mit 18,4 Billionen Won. Dennoch wurde die Aktie weit unter diesem Niveau gehandelt, was auf anhaltenden Skeptizismus unter den Investoren hinweist.
Globale Auswirkungen der Auseinandersetzung
Das Endspiel dieser Auseinandersetzung wird weitreichende Folgen haben, die über Südkorea hinausgehen. Das Unternehmen kontrolliert etwa 12 % der verfeinerten Zinkproduktion außerhalb Chinas, was es zu einem entscheidenden Akteur bei den Bemühungen macht, die Versorgung mit Metallen für den Energiewandel zu diversifizieren. Zink wird verwendet, um Stahl zu verzinken und als Beschichtung, um Rost auf Solarpanelen und Windturbinen zu verhindern. Zudem ist das Metall eine Alternative zu Lithium für Batterien.
Familiengeführte Unternehmen und Private Equity
Öffentliche Streitigkeiten unter familiengeführten Konglomeraten, auch Chaebols genannt, sind in Südkorea ein wiederkehrendes Phänomen und finden häufig in beliebten TV-Dramen ihren Niederschlag. Allerdings sind nur wenige dieser Konflikte mit großen Private-Equity-Firmen verbunden. „MBK zielt auf diese familiengeführten Unternehmen ab, die dem Risiko eines Managementstreits ausgesetzt sind, was sie in Alarmbereitschaft versetzt“, erklärte Park Ju-gun, Leiter der Unternehmensforschungsfirma Leaders Index in Seoul. „Es ist ein Nullsummenspiel, aber Choi ist offensichtlich verzweifelter, da seine Niederlage das Ende für ihn bedeuten würde.“
Konflikt um die Unternehmensausrichtung
Die Auseinandersetzung dreht sich um Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens und die Rolle, die es im globalen Energiewandel spielen kann. Diese Differenzen haben dazu geführt, dass Choi von Korea Zinc, der Enkel eines der Gründer, und Young Poong, das von der rivalisierenden Fraktion kontrolliert wird, in einen offenen Konflikt geraten sind. Der seit langem schwelende Streit zwischen den Gründungsfamilien trat letzten Monat durch das MBK-unterstützte Angebot offen zutage. Dieses Angebot wurde kurz vor dem südkoreanischen Erntedankfest platziert, um die Familie Choi zu überraschen. Daraufhin folgten Vergeltungsangebote, die die Aktie auf neue Rekordhöhen trieben. Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde intervenierte letzte Woche und bezeichnete den Konflikt als „überhitzt“.